Interview: Eva Maria Sator
März 2026
"Denken ist sexy"
Eva Maria Sator ist Unternehmensberaterin, Coach und Bewusstmacherin. Sie berät und begleitet Menschen, Teams und Unternehmen bei ihrer Entwicklung und notwendigen Veränderungen.
Eva Maria Sator im Gespräch mit Stefanie Lischka
Im Zuge ihrer Podcastreihe ist Eva Maria Sator auf die Redewendung Denken ist sexy gestossen und hat Gefallen an der Mehrdeutigkeit und dem scheinbaren Widerspruch dieser Aussage gefunden. Aus der Botschaft entstand schnell ein Herzensprojekt, das Eva heute als Armband am Handgelenk trägt und mit dem sie ihr Netzwerk inspiriert.
Liebe Eva, gib uns doch einen kurzen Einblick in deinen Werdegang. Wie bist du zu deiner heutigen Berufsbezeichnung als Unternehmensberaterin, Coach und Bewusstmacherin gekommen?
Mich hat schon als Teenagerin begeistert, mit anderen zu philosophieren und Gedanken auszutauschen. Nach meinen ersten drei beruflichen Stationen habe ich in unterschiedliche Coaching-Ausbildungen investiert und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Heute begleite ich Menschen, Teams und Unternehmen dabei, bewusster zu denken und zu handeln.
Auf deiner Website steht: Beratung für lebenswerte Unternehmen – Coaching für ein unternehmenswertes Leben. Wie kommt es zu diesen beiden Mottos?
Ich unterstütze Unternehmen, lebenswerter zu werden, also Arbeitsplätze und eine Kultur zu gestalten, in der Menschen gerne mitwirken. Im Coaching begleite ich Einzelpersonen dabei, ihre nächsten Entwicklungsschritte klar zu erkennen und sie auch mutig umzusetzen. Unternehmenswert ist in diesem Kontext eine bewusste Wortschöpfung, die das Unternehmerische und Aktive im eigenen Leben ausdrückt.
Welche Werte treiben dich in deiner Arbeit am stärksten an?
Meine Arbeit steht für Klarheit mit Herz, Hand und Fuß – darin stecken meine wichtigsten Werte: Bewusstsein, Aufrichtigkeit, Herzlichkeit, Offenheit, Begeisterung, Humor und Verbindlichkeit in der Umsetzung.
“Denken bedeutet Freiheit. Ich bin nicht nur von meinen Stimmungen, Ängsten oder Gruppendruck getrieben, sondern kann bewusst entscheiden, was ich denke und wie ich auf die Welt schaue.”
Inwiefern glaubst du, dass unser Denken unser Leben tatsächlich formen kann?
Das glaube ich nicht nur, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wir denken uns unsere Weltanschauung ja in gewisser Weise selbst: wie wir die Welt sehen, wie wir Menschen einschätzen und wie wir Situationen bewerten. Viele dieser Bewertungen sind nicht rein objektiv, sondern auch emotional und moralisch geprägt. Und genau diese Gedanken beeinflussen wiederum unser Verhalten und unsere Entscheidungen. Insofern formt unser Denken tatsächlich, wie wir handeln – und auch, wie wir andere Menschen und Situationen erleben.
Wie schafft man es, die eigenen Glaubenssätze und Verhaltensmuster zu ändern?
Der erste Schritt ist, dass wir uns bewusst machen, was und wie wir denken. Dieses Wahrnehmen ist bereits ein wichtiger Teil der Veränderung und geschieht über unser Denken selbst. Danach hilft geistige Beweglichkeit: also die Fähigkeit, die eigenen Gedanken zu hinterfragen und bewusst neue Perspektiven einzunehmen und im Alltag auch mit neuem Verhalten zu experimentieren.
Was würdest du Führungskräften heute mit auf den Weg geben, wenn es um Kulturentwicklung geht?
Walk your talk. Führungskräfte haben immer eine Vorbildfunktion. Die Verhaltensweisen, die durch einen Kulturentwicklungsprozess entstehen sollen, müssen sie selbst vorleben und aktiv vorantreiben. Gleichzeitig braucht Kulturentwicklung Geduld. Für mich ist sie im Kern kollektive Persönlichkeitsentwicklung. Und wir alle wissen aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd es schon für uns selbst ist, Gewohnheiten zu verändern.
Zurück zur Botschaft auf deinem Handgelenk. Was ist der Ursprung von Denken ist sexy?
Die Redewendung ist mir im Zuge eines Podcastprojekts eingefallen, das ich in den vorigen Jahren mitentwickelt und ausgestrahlt habe. Im ThinkDENK Bewusstmacher Podcast gehen wir in 39 Episoden der Frage nach, was Bewusstsein eigentlich ist und wie wir bewusster werden können. Dabei spielt das Denken natürlich eine zentrale Rolle – und so bin ich irgendwann auf den Satz „Denken ist sexy“ gekommen.
Gemeinsam mit Eva Maria Sator ist eine limitierte Edition entstanden, die exklusiv in unserem Online Shop erhältlich ist.
Was bedeutet diese Aussage für dich?
Klares Denken strahlt für mich eine besondere Lebendigkeit aus. Es hat etwas Geistreiches, Humorvolles und Bewegliches – Gedankenspiele, überraschende Perspektiven, ein spielerischer Austausch. Fast wie ein Flirt der Aufmerksamkeit. Denken bedeutet für mich aber auch Präsenz. Ich bin wach, ich höre zu und versuche wirklich zu verstehen. Wer mitdenkt, erkennt Zusammenhänge und kann zwischen den Zeilen lesen – und genau dieses Verstandenwerden kann sehr attraktiv wirken. Gleichzeitig bedeutet Denken Freiheit. Ich bin nicht nur von meinen Stimmungen, Ängsten oder Gruppendruck getrieben, sondern kann bewusst entscheiden, was ich denke und wie ich auf die Welt schaue. Durch klares, bewusstes Denken wird es möglich, Wahrheit zu erkennen und authentisch auszusprechen. Mit dem richtigen Gegenüber kann das wirklich anziehend sein.
Als du mir zum ersten Mal von der Idee erzählt hast, diese Botschaft auf einem Armband festzuhalten, warst du nicht sicher, ob sie seriös genug für dein Business wäre. Wieso?
Der Begriff „sexy“ hat mehrere Dimensionen – die körperlich-sinnliche ist nur eine davon. Und genau daran denken wir meist zuerst. Für mich ist sexy hier aber eine Metapher für Attraktivität und Anziehungskraft. Die Forschung zeigt auch, dass der Begriff sehr dynamisch ist und stark mit gesellschaftlichen und kulturellen Werten zusammenhängt. In diesem Sinne kann auch Denken attraktiv sein – wenn es lebendig, offen und bewusst ist.
Warum trifft das Statement Denken ist sexy aus deiner Sicht auch auf die Businesswelt zu?
Bewusst werden wir nur in und mit unserem Denken. Deshalb passt diese Botschaft auch sehr gut in die Geschäftswelt. Der erste Schritt jeder Entwicklung – ob persönlicher, Team- oder Kulturentwicklung – ist, den Status quo überhaupt wahrzunehmen und zu erkennen – und das geschieht durch unsere Wahrnehmung in Verbindung mit unserem Denken.
Erst dann können wir reflektieren und entscheiden, was wir verändern wollen. Wer lernt, klar zu denken, hat deshalb auch im Business einen echten Vorteil. Und ja – ich finde, das ist sexy. Nicht zuletzt, weil diese Art des Denkens lebendig ist, Freude macht und oft auch eine gute Portion Humor mit sich bringt.
Da stimme ich dir voll und ganz zu. Danke für das schöne Gespräch!
Foto credits Nicky Webb